Literarisches
Thérèse Gellé –
eine literarische Spur
In den Quellen ist sie kaum mehr als ein Fragment:
Thérèse Gellé (1766–1806).
Jugendliebe von Louis Antoine de Saint-Just, Mädchen aus Blérancourt, Frau im Schatten der Französischen Revolution.
Von ihm gibt es Gemälde, Stiche, Hunderte Interpretationen.
Von ihr kein einziges Bild.
Thérèse Gellé war eine Frau, deren Leben zeigt, wie tief die große Geschichte ins Private sickern und den Einzelnen entfesseln konnte. Freiheit wurde plötzlich denkbar – und hatte ihren Preis.
Ich bin ihr gefolgt. Die Recherche führte mich durch Bruchstücke und Leerstellen, in Archive, an Orte, die geblieben sind – und in Gespräche, die lange nachklingen. Ich bin durch alte Mauern gestreift, durch die Gassen von Paris, an Hochsommertagen und im Regen. Manchmal bin ich stehengeblieben, wo sonst niemand stehenbleibt.
Eine literarische Spurensuche.
Ein historischer Roman.
Eine fast verschwundene Frau, deren Geschichte aus dem Dunkeln tritt.
Bald erzählt sie selbst.
15. Mai 2026