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Kulturspeicher 

Der Kulturspeicher Schleswig-Holstein in Kiel ist das Gedächtnis des Landes. Er beherbergt die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek: eine wissenschaftliche Bibliothek, ein öffentlicher Raum, ein Dritter Ort.

Ich leite die Sondersammlungen: Handschriften, Nachlässe, Musikalien, Bildarchiv.
Wir bewahren, erschließen und zeigen die Schriftlichkeit und Bildlichkeit Schleswig-Holsteins – vom Werkmanuskript bis zum modernen Foto. Jedes Dokument ist eine Spur. Jede Spur eine Geschichte. Und jede Geschichte prägt die Gegenwart.


Saint-Just

Tous les arts ont produit des merveilles : l'art de gouverner n'a produit que des monstres.

Seit fast drei Jahrzehnten fasziniert mich eine der strahlendsten und zugleich gefährlichsten Epochenwenden der Geschichte: die Französische Revolution. 

Im Zentrum: Louis Antoine Saint-Just (1767-1794) – Revolutionär, Denker, Schriftsteller, Mythos. Ich arbeite zu seinen literarischen und politischen Ideen, zu seinem Umfeld, seiner Ambivalenz. Sein intellektuelles Erbe umfasst weit mehr als den Terror: Es erzählt von Naturrecht, Freiheit, Liebe und der Zerbrechlichkeit von Idealen. Er bleibt eine der hellsten und zugleich dunkelsten Figuren dieser Epoche. 

Als Mitglied der Association pour la Sauvegarde de la Maison de Saint-Just in Blérancourt setze ich mich für die Bewahrung seiner Spuren ein.

Zu meinem Saint-Just-Blog geht's hier.

Bemerkenswerterweise ist ein großer Teil seines Œuvres bis heute nie ins Deutsche übertragen worden. Ich bereite eine erste Edition ausgewählter Schriften auf Deutsch vor und möchte sie hier nach und nach zugänglich machen.

Der Weg zu "Saint-Just – auf Deutsch gelesen" beginnt hier


Schattenrisse – Seelenbilder  

Schwarzes Profil auf hellem Grund: reduziert, konturiert, scheinbar schlicht und doch von großer Ausdruckskraft. Scherenschnitte des 18. Jahrhunderts bewahren Gesichter - als Spiegel von Beziehungen, Idealisierungen und gesellschaftlichen Vorstellungen.

Der Scherenschnitt ist dabei nicht nur Porträt- und Dokumentationsform von Personen, sondern auch soziale Praxis. Als mobile, preisgünstige und zugleich hochsymbolische Bildtechnik ist er Ausdruck empfindsamer Freundschaftskonzepte und bürgerlicher Selbstvergewisserung. Die Silhouette entsteht im Augenblick der Begegnung, zirkuliert in Stammbüchern und Nachlässen, wird aufbewahrt, eingeklebt – und prägt so Formen regionaler Traditionsbildung.

Als "Profile der Freundschaft" sind Scherenschnitte Dokument und Inszenierung zugleich. Sie sind stille, aber eindringliche Zeugnisse der Bildpraxis des 18. Jahrhunderts.

Mein aktueller Beitrag zu diesem Thema entsteht im Rahmen des Jubiläumsprojekts des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins zum Thema "Bilder und ihr Quellenwert".

Das Meer – Raum, Grenze, Mythos

Das Meer prägt mein Leben und Denken. Es ist Nähe und Grenze, Kraft und Spiegel.
In meiner Wahlheimat Kiel gehören Gischt und Wind zum Morgen, der Horizont zur Stimmung.
Ich untersuche das Meer als Sehnsuchtsort, als Symbol, als Landschaft der Projektionen. Schon meine Dissertation über den Ostseeraum fragte: Wie erzählen wir vom Meer? Und was erzählt das Meer über uns?


Brief & Schrift

Briefe sind Übergänge – zwischen Menschen, Zeiten, Räumen. Sie sind Zeugnisse gelebten Lebens, bewahrte Stimmen, geronnene Momente.
Ich forsche zu Briefen und Nachlässen als Quellen persönlicher und kultureller Geschichte: Was bedeutet Schriftlichkeit? Welche Spuren hinterlässt sie? 
Der Brief ist zugleich Kommunikation und Selbstentwurf, Dialog und Dokument, ein Ort der Nähe und der Distanz. Nachlässe wiederum sind Erbe und Verantwortung: Sie verlangen Sorgfalt, Kontextualisierung, Respekt.
In meiner Arbeit verbinde ich historische Forschung mit editorischer Präzision und literaturwissenschaftlicher Sensibilität – immer mit dem Ziel, verlorene Stimmen hörbar und vergessene Geschichten wieder lesbar zu machen.

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